Gemeindepsychiatrie in Griechenland leidet unter Krise

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Auch in Griechenland gab es eine Psychiatriereform, in deren Verlauf viele PatientInnen aus Großeinrichtungen enthospitalisert wurden. Wie in Deutschland leben viele Betroffene mittlerweile in der Gemeinde und werden durch ambulante Dienste betreut. Im Vergleich zu Deutschland gestaltete sich die gemeindepsychiatrische Versorgung bereits in der Vergangenheit aufgrund der besonderen geografischen (Inseln) und infrastrukturuellen Rahmenbedingungen (z.B Erreichbarkeit von entlegenen Ortschaften) schwierig. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise verschärfen momentan die Lage dramatisch:

  • Zwangseinweisungen aber auch klare Menschenrechtsverletzungen nehmen zu
  • Die medikamentöse Therapie der PatientInnen ist nicht mehr sichergestellt, häufig müssen diese selbst bezahlt werden.
  • Die ambulante Versorgung jener Menschen mit einem schweren Krankheitsverlauf sowie älterer psychisch kranker Menschen ist kaum noch möglich. Häufig verbleiben diese in stationären Großeinrichtungen.
  • Auch Menschen mit niedrigem Einkommen müssen sich an der ambulanten Betreuung finanziell beteiligen. Sozialgeldzahlungen bleiben über Monate aus.
  • Rund 3000 MitarbeiterInnen gemeindepsychiatrischer Einrichtungen haben seit zehn Monaten kein Gehalt bekommen.

Kritisiert wird außerdem, dass die Politik kein Interesse an einer Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen zeigt. Gleichzeitig wird ein Anstieg bei Depressionen beobachtet. Von 2007 bis 2011 hat die Zahl der Suizide um 17% zugenommen.
Weitere Informationen zur Lage der Gemeindepsychiatrie in Griechenland finden Sie hier:
http://psi-action-de.blogspot.de/ (deutsch)
http://mentalhealthworldwide.com/2012/11/call-for-action-from-greece/ (englisch)
http://www.psychintegrity.org/blog/mental_health_care_provisions_in_greece/ (englisch)
http://www.mhe-sme.org/assets/files/documents/Letter%20to%20Greek%20governement%20from%20MHE%20Board%20November%202012.pdf

 

 

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