Instrumente zum Überprüfen und Verhindern von Medikamentenwechselwirkungen

MedikamentenPolypharmazie häufig bei psychiatrischen PatientInnen
Bei der Behandlung psychischer Erkrankungen werden häufig mehrere Medikamente eingesetzt. Die Polypharmazie ist z.B. bei der Behandlung der Schizophrenie eher die Regel als die Ausnahme. In der gemeindepsychiatrischen Arbeit kennen wir häufig (insbesondere ältere) KlientInnen, die aufgrund somatischer Beschwerden neben Psychopharmaka weitere Medikamente einnehmen müssen. Mit der Anzahl verschiedener verschriebener Präparate steigt die Gefahr von gefährlichen Wechselwirkungen, die häufiger als solche nicht erkannt und dann wiederum mit einem weiteren Medikament behandelt werden.  Eine weitere Gefahr stellen rezeptfreie Medikamente dar, die ohne Verschreibung eines Arztes zusätzlich eingenommen werden. Häufige bzw. schnelle Arztwechsel ohne festen Hausarzt können das Risiko von Verschreibungen mit problematischen Wechselwirkungen erhöhen.


Hausarzt- und Facharztversorgung
Der wohl wichtigste Faktor für die Vermeidung von unerwünschten Wechselwirkungen ist ein/e engagierte/ Hausarzt/-ärztin bei dem/der alle Fäden zusammenlaufen, d.h. er oder sie  ist informiert über alle Verschreibungen der Fachärzte und  hat diese auch in punkto Wechselwirkungen im Blick. Gemeindepsychiatrische MitarbeiterInnen könnten außerdem  in Absprache mit KlientInnen einen Patientenpass ausfüllen in dem u.a. die aktuelle Medikation eingetragen wird. KlientInnen haben dann die Möglichkeit, diesen Pass bei den Facharztbesuchen vorzulegen.
Beispiele und Downloadmöglichkeiten für Patientenpässe:

Krisenpass für Menschen mit Psychoseerfahrung (Psychiatrieverlag)
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Patientenpass für Menschen mit psychischer Erkrankung (Coaching-Ausbildung Dr. Migge)
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Notfallausweis der Techniker Krankenkasse (Eintragungsmöglichkeiten für chronische Erkrankungen, Medikation, Impfungen; kann gleichzeitig als Organspendeausweis genutzt werden)
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Datenbanken zu Wechselwirkungen
Selbstverständlich muss die Entscheidung zur Verschreibung von Medikamenten bei den KlientInen und ihren Ärzten bleiben. Unter Umständen kann es aber hilfreich sein, sich mit KlientInnen, die eine Vielzahl von Medikamenten einnehmen, über mögliche Wechselwirkungen zu erkundigen. Hier helfen Online-Datenbanken, die die verschiedenen Medikamente auf ihre Wechselwirkungen abgleichen. Die Nutzung einer solchen Datenbank bietet die Apotheken-Umschau kostenlos an. Umfangreiche Informationen zu sämtlichen Medikamenten und ihren Wirkstoffen bietet die App „Arznei-Info“ für Android und iOS. In der App  kann für 7,99 Euro eine Funktion nachgekauft werden,die Wechselwirkungen anzeigt.
Hier sind die Links:

Datenbank Wechselwirkungen der Apotheken-Umschau

App „Arznei aktuell“ für Android  und für iOS

 

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