Forderung nach mehr Psychotherapie bei Erkrankung an Schizophrenie

TherapieLange Zeit galt die Psychotherapie bei Menschen mit einer schizophrenen Erkrankung als kontraindiziert. Die früheren Thesen, Psychotherapie zeige keine Wirkung oder schade sogar den erkrankten Menschen, sind mittlerweile überholt. Die Autoren Andreas Bechdolf und Stefan Klingberg fassen die Ergebnisse verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen zur Wirksamkeit psychotherapeutischer  Interventionen bei Schizophrenie zusammen.
[pullquote]„Psychotherapeutische Interventionen bei Patienten mit schizophrenen Störungen wirken günstig auf den Symptomverlauf […] und unterstützen die Krankheitsverarbeitung der Betroffenen. Darüber kann der Krankheitsverlauf wesentlich verbessert werden. Die Evidenzlage ist erschlagend.“ [/pullquote]
In Studien zeigte sich, dass therapeutische Interventionen unter Einbeziehung der Familie besonders effektiv ist.  Zu diesen Interventionen gehören Information, Kommunikationstraining und die Früherkennung von Symptomen. Auch für die Psychoedukation und für die Kognitive Verhaltenstherapie in Einzelsitzungen gibt es eine hohe Evidenz.
Für die „medikamentös behandlungsresistente Schizophrenie“, insbesondere bei andauernder Positivsymptomatik wird die kognitive Verhaltenstherapie nach einer DGPPN-Richtlinie von 2006 empfohlen.
Die Autoren fordern u.a. Flexibilisierungen im Bereich der psychotherapeutischen Versorgung, um Interventionen in der Familie, ambulante Gruppentherapien und verkürzte Sitzungen und Therapieverläufe zu ermöglichen.
Den kompletten Text können Sie hier herunterladen (Stand: Feb. 2014):
http://www.ddpp.eu/publikationen.html

Quelle:
Bechdolf, A. & Klingberg S. (2014). Psychotherapie bei schizophrenen Störungen: Kein Evidenz-, sondern ein Implementierungsproblem. Psychiatrische Praxis, 41 (01). 8-10.

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